Hinweise zur invasiven Ameisenart Tapinoma magnum


Über 70 Kolonien konnten lokalisiert werden, gemeinsam mit den Gemeinden und den privaten Grundstückseigentümern.

Seither ist viel passiert: Bürgerinnen und Bürger konnten die Ameisenvorkommnisse in der Verbandsgemeindeverwaltung melden und bestimmen lassen. Den von der invasiven Ameisenart betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner stellte die Verbandsgemeindeverwaltung das nichtchemische Bekämpfungsmittel Kieselgur zur Verfügung. Auf öffentlichem Raum erfolgte das biologische Bekämpfungsverfahren zweigleisig - mit Nematoden und Kieselgur.

200 Eimer an Kieselgur wurden an Bürgerinnen und Bürger ausgegeben. Die Kosten der Ameisenbekämpfung belaufen sich bisher auf rund 5.500 Euro (ohne Personalkosten).

„Und die angewandten Maßnahmen haben Wirkung gezeigt, die Population der invasiven Ameisen konnte erfolgreich eingedämmt und zurückgedrängt werden, begünstigt auch durch die derzeitigen Witterungsbedingungen“, informiert der Erste Beigeordnete Eberhard Frankmann. Die Bekämpfungsmaßnahmen der Hot Spots auf den öffenlichen Flächen in Hainfeld un Burrweiler hatten Erfolg, die Superkolonien sind zerstört. In Burrweiler werden in den nächsten Wochen erneut Nematoden ausgebracht, das gehört zum üblichen Ablauf. Bei wärmeren Temperaturen ist jedoch ein erneutes Auftreten nicht auszuschließen. Deshalb, so der Erste Beigeordnete, „sollten wir alle wachsam bleiben“.


Wie erkenne ich die invasive Ameisenart Tapinoma magnum?

Bevorzugter Lebensraum

Die Tapinoma magnum bevorzugen warme, sonnige und trockene Bereiche sowie sandige Böden unter Pflastersteinen. Hingegen im Grünen und im Rasen fühlt sich die Ameisenart nicht wohl.

Geruch

Zerdrückte Tapinoma-Ameisen verströmen einen ranzig buttrigen, auch acetonischen Geruch. Einheimische Ameisen riechen eher nicht, wenn man sie zerdrückt.

Aussehen

Die große Drüsenameise ist schwarz und zwei bis vier Millimeter groß. Bei den Tapinoma magnum Arten unterscheiden sich die Größen der Arbeiterinnen häufig, die Länge variiert zwischen 2,5 und 3,5 Millimeter. Sind die Ameisen gleich groß, ist es wahrscheinlich eine heimische Art.

Breite der Ameisenstraße

Die einheimische Wegameise bildet meist einspurige Ameisenstraßen. Tapinoma magnum hingegen bewegen sich regelrecht auf mehrspurigen Ameisen-Autobahnen.

Aussehen der Ameisenpuppen

Die Tapinoma magnum entwickelt sich aus Nacktpuppen ohne Kokon. So lassen sich bereits im Puppenstadium etwa Beine der Tiere erkennen. Die Farbe der Eier und Puppen ist weiß-transparent. 


Was tun bei einem Verdachtsfall?

  • Kommen Sie vorbei in der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben oder im Rathaus Ihrer jeweiligen Ortsgemeinde und nehmen Sie sich ein verschließbares Reagenzglas mit nach Hause. 
  • Sammeln Sie bitte eine oder mehrere Ameisen – tot oder lebendig – ein, versehen das Reagenzgläschen mit Name, Datum und Ort des Fundes sowie ihrer E-Mail-Adresse und geben Sie das Behältnis in der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben oder im Rathaus Ihrer Ortsgemeinde ab. Wir in der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben werden dann bestimmen können, ob es sich bei den Ameisen auf ihrem Grundstück um eine heimische oder um die invasive Art handelt und informieren Sie weiter. 
  • Bitte sehen Sie davon ab, eigene Behältnisse zu verwenden. Die Bestimmung, ob es sich bei den Ameisen um eine heimische oder die invasive Art handelt, kann nur in den ausgegebenen Behältern erfolgen.


Wie funktioniert die Bekämpfung?

Im öffentlichen Raum

Wir haben in der Verbandsgemeinde Edenkoben nun den Weg der biologischen Bekämpfung eingeschlagen – auch um die heimische Tierwelt zu schützen. Wir sehen darin gute Chancen, die Population der invasiven Ameisen einzudämmen und zurückzudrängen. Das zweigleisige biologische Bekämpfungsverfahren erfolgt mit Nematoden und Kieselgur.

Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer. Als Nützlinge eingesetzt, bekämpfen sie bestimmte Schädlinge. Die Nematoden dringen in die Larven der Tapinoma magnum ein und töten sie ab. Diese Schädlinge sind für Menschen und Haustiere nicht gefährlich.

Kieselgur ist fein gemahlenes fossiles Pulver aus Kieselalgen. Die Diatomeenerde wirkt bei den großen Drüsenameisen (Tapinoma magnum) tödlich, da es den Chitinpanzer der Insekten verletzt und die Tiere in kurzer Zeit austrocknen. Nur ein gezielter Einsatz in die Schlupfwinkel und an den Wanderwegen ist sinnvoll und erfolgversprechend. Kieselgur ist für Menschen und Haustiere nicht gefährlich. Es sollte jedoch nicht eingeatmet werden, aus diesem Grund werden in Bereichen, in denen Kieselgur ausgebracht wurde, Schilder aufgestellt.

Im privaten Raum

Alle betroffenen Grundstückseigentümer sind aufgefordert, bei der Bekämpfung mitzumachen. Eine Bekämpfung der Tapinoma magnum ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Kommunen und der privaten Grundstückseigentümer. „Wir helfen aber mit“, betont Eberhard Frankmann, Erster Beigeordneter, „und empfehlen den Bürgerinnen und Bürgern, auf dem eigenen Grundstück aufgrund der einfachen Anwendung die invasiven Ameisen mit Kieselgur zu bekämpfen.

Eine Bekämpfung ist allerdings nur in bestätigtem Befall von Tapinoma magnum angezeigt. Unsere „Pfälzer“ oder heimischen Ameisen sind wichtige Teile unseres Ökosystems und Gegenspieler der Tapinoma magnum.

Abgabe Kieselgur

Im Sommer 2025 wurden in den Gemeindeverwaltungen oder in den Bauhöfen der Gemeinden und der Stadt Kieselgur kostenfrei abgegeben an Bürgerinnen und Bürger mit einem bestätigten Befall. Informationen über die richtige Anwendung, über Ort und Zeit der Ausgabe erfahren Bürgerinnen und Bürger bei einem bestätigten Befall bei bei Monika Damian, Fachbereich Bürgerdienste unter schaedlingsbekaempfung@vg-edenkoben.de oder 06323 959-226.

Umfrage an betroffene Bürgerinnen und Bürger

Bitte nehmen Sie sich kurz Zeit und berichten Sie uns, wann Sie auf Ihrem Grundstück eine Bekämpfung der Tapinoma durchgeführt haben und ob Sie dabei Erfolg hatten, ob der Befall deutlich zurückgegangen ist, die Ameisen komplett verschwunden sind oder die Tiere zwischenzeitlich wenn auch in geringerer Zahl erneut aufgetreten sind. Oder können Sie uns von anderen Beobachtungen berichten? Kontakt: schaedlingsbekaempfung@vg-edenkoben.de oder 06323 959-226

Ein wichtiger Hinweis: Eine Bekämpfung ist nur in bestätigtem Befall von Tapinoma magnum angezeigt. Unsere „Pfälzer“ oder heimischen Ameisen sind wichtige Teile unseres Ökosystems und Gegenspieler der Tapinoma magnum.

Aktuelle Informationen

Aktuelle Informationen halten wir für Sie hier an dieser Stelle bereit.

Text: Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben