Kaltenbach 2.0 - Kulturlandschaft mit Zukunft


Der Kaltenbach verläuft im Projektgebiet auf Großfischlinger Gemarkung in einem naturfernen, geraden Grabenprofil. Bäume und Gehölze beschatten den Bach und der Restbestand an Schilf ist stark verbuscht. Nun soll die Retention, die Grundwasserneubildung und die Gewässerstruktur verbessert werden. Entweder führt der Kaltenbach viel oder gar kein Wasser, berichtet Landschaftsplaner Kurt Garrecht. Mit der Maßnahme soll ein Teil des Wassers in der Fläche in Tümpeln und Teichen gehalten werden. Damit wird erreicht, dass auch in niederschlagsarmen Zeiten, wenn der Kaltenbach trocken ist, Wasser in der Landschaft vorhanden ist. Mit der Renaturierung sollen sich beispielsweise auch Amphibien ansiedeln können. Dauerhaft vernässte Flächen gehören u einer intakten Aue dazu, betonte Garrecht.

„Beim Ortstermin am Kaltenbach war eindrucksvoll zu sehen, welchen Mehrwert für die Natur durch Baggerarbeiten innerhalb weniger Stunden geschaffen werden kann, freut sich Bürgermeister Daniel Salm über den Start der Teilmaßnahme auf der Gemarkung Großfischlingen.

Ein Ziel des Projektes „Kaltenbach 2.0 – Kulturlandschaft mit Zukunft“ kann unter dem Motto „Weg von der Entwässerungslandschafft hin zur Wasserhaltungslandschaft“ zusammengefasst werden. Neben der ökologischen Aufwertung der Bachaue durch Schaffung von Mulden und temporären Tümpeln sollen auf 600 Meter Länge unter anderem Restschilf entbuscht, Leitelemente zur Förderung der Gewässerdynamik eingebracht und Laichbiotope für Amphibien und Libellen geschaffen werden. Zudem: Schaffung von sonnigen und schattigen Bereichen durch Reduzierung des Gehölzbestandes. Förderung des Schilfbestandes durch Wiedervernässung, Anpflanzung von Erlen zur Schaffung beschatteter Inseln und Erhöhung der Strukturvielfalt, die auch als Nist- und Nahrungsraum für Arten des Offenlandes dient.

Das gesamte Projekt „Kaltenbach 2.0 – Kulturlandschaft mit Zukunft“ erstreckt sich über die gesamte Länge des Kaltenbachs, beginnend an der Quelle in Burrweiler und weiterführend über Flemlingen, Roschbach, Edesheim, Groß- und Kleinfischlingen, Freimersheim bis zum Übergang nach Freisbach und Gommersheim. In das Projekt sind zudem 300 bis 400 Meter der Einmündung des Kaltenbachs in den unterliegenden Modenbach integriert. Eine naturraumübergreifende Vernetzung am Fließwasser des Kaltenbachs, Erhöhung des Artenreichtums im Gewässerumland mit verschiedenen Biodiversitätsstrukturen und Schaffung von Artenzu- und -abgang aus dem Kaltenbachbiotop. Die Gesamtkosten sind mit 625.000 Euro angesetzt. Eine Förderung durch den Fördergeber Zukunft- Umwelt-Gesellschaft (ZUG) GmbH in Höhe von 500.000 sind in Aussicht gestellt. Der Eigenanteil beträgt 125.000 Euro.

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Text und Bilder: Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben