Verbandsgemeindewerke: Quellwasser aus dem Triefenbachtal produziert im Wasserwerk Strom

Seit Ende September produziert eine Turbine im Wasserwerk „Im Henken“ Strom aus dem Quellwasser, welches dem Wasserwerk aus dem Triefenbachtal zufließt. Dazu wird der Höhenunterschied von 140 Meter genutzt, der zwischen der Quellstube und dem Wasserwerk besteht.

Wie es dazu kam
„Na, dazu mache ich Ihnen eine kostenlose Kurzstudie – es würde mich wundern, wenn sich das nicht lohnt“, so die Aussage des Planungsingenieurs Christian Burgbacher anlässlich einer Wasserwerksbesichtigung mit dem Werkleiter Martin Hanke im Sommer 2017. Im Oktober 2017 legte der Ingenieur dann die Kurzstudie vor: Nach seinen Berechnungen ergibt sich durch das Quellwasser eine jährliche Stromproduktion von rund 65.000 Kilowattstunden. Um die gleiche Menge Strom zu produzieren bräuchte es eine Fotovoltaikanlage von rund 400 Quadratmetern.
Mit diesem Zahlenwerk konnte der Werkausschuss der Verbandsgemeinde Edenkoben überzeugt werden - das Projekt ging in die Planung. Auch das Umweltministerium des Landes Rheinland-Pfalz erkannte die Energieeffizienz der Anlage und fördert das Projekt mit 50 Prozent zinslosem Darlehen und 30 Prozent Zuschuss. Insgesamt – mit Nebenkosten - wird die Anlage nun rund 120.000 Euro kosten.
Als Aggregat zur Stromproduktion wurde eine rückwärts laufende Kreiselpumpe gewählt. Bei der Planung hatte sich gezeigt, dass diese im Vergleich zu einer Turbine wesentlich effizienter gegenüber den unterschiedlichen Wassermengen ist. Ein wichtiger Punkt, denn die Wassermengen von den Quellen unterliegen über den Jahresverlauf starken Schwankungen.

Seit wenigen Tagen wird nun Strom produziert. Mit Blick auf den Klimawandel bleibt zu hoffen, dass die Quellen auch in den nächsten Jahren weiterhin gut Wasser bringen. Für die Quellschüttung sind zur Hauptsache die Winterniederschläge maßgebend, „Sind dann erst mal die Blätter an den Bäumen, kommen die Niederschläge kaum noch im Untergrund an, wo sie zu Quellwasser werden“, berichtet Werkleiter Martin Hanke.

Erster Beigeordneter Eberhard Frankmann: „Wenn von Wasserkraft zur Stromproduktion gesprochen wird, denkt man zunächst einmal an die Alpen. Dass Wasser in unseren Breitengraden zur Stromgewinnung genutzt wird, ist eher ungewöhnlich. Was die Ausbeute betrifft, kann die Turbine im Wasserwerk Henken natürlich mit den Dimensionen in den Alpen nicht mithalten. Rein rechnerisch werden damit 25 Haushalte bzw. der gesamte Strombedarf des Wasserwerkes Henken gedeckt und das ohne Eingriff in die Natur. Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich dadurch, dass an 24 Stunden und an 365 Tagen die Stromproduktion läuft.“

Text und Bilder: Werkleiter Martin Hanke

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