Informationsabend
„Unsere Kinder verstehen, begleiten, schützen – Die digitale Welt gemeinsam meistern“
Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Smartphones, Social Media und Co. gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Doch was passiert dort wirklich? Welche Gefahren lauern – und wie können erwachsene Bezugspersonen Kinder schützen und sinnvoll begleiten? Um diese und weitere Fragen ging es beim Informationsabend am 25. November mit Referentin Rebecca Jauker unter dem Motto „Unsere Kinder verstehen, begleiten, schützen – Die digitale Welt gemeinsam meistern“.
„Weil sich die digitale Welt rasant entwickelt – mit allen Chancen, aber auch mit allen Risiken ist es uns im Jugendbüro und in der Verbandsgemeinde Edenkoben wichtig, Eltern zu stärken: mit Impulsen und mit Informationen, die helfen, Kinder und Jugendliche sicher im Netz zu begleiten“, betonte Bürgermeister Daniel Salm und freute sich, über die vielen Interessierten, die mit ihrer Anwesenheit im Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung zeigen, wie richtig und wichtig dieses herausfordernde Thema sei. Gefahren benennen und uns wie auch unsere Kinder zu sensibilisieren, das sei so enorm wichtig in unserer Zeit mit nachdenklich machenden Social Media-Statistiken und super dynamische Taktungen in unserem Alltag, betonte Gabriele Flach, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Maikammer. Ihr Dank galt allen, die zur Informationsveranstaltung beitrugen.
„Dieser Abend bot für viele Eltern, Erziehende und Interessierte eine wertvolle Orientierung“, fasst Maren Hofmann, Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Edenkoben zusammen und betont, dass die „digitale Sicherheit heute zu den zentralen Erziehungsaufgaben gehört“.
Eine Betrachtung aus pädagogischer Sicht der Jugendpflegerin:
„Digitale und analoge Welt – längst untrennbar. Die Referentin Rebecca Jauker machte gleich zu Beginn deutlich, was uns in der Jugendhilfe täglich begegnet: Die analoge und die digitale Welt lassen sich nicht mehr voneinander trennen. Unsere Kinder bewegen sich selbstverständlich in digitalen Räumen – doch anders als auf dem realen Spielplatz sind sie dort oft allein unterwegs. Gleichzeitig ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Alles, was Kinder dort tun, sehen, teilen oder speichern, hat Konsequenzen.
Eltern berichteten im Verlauf des Abends von Sorgen und Unsicherheiten. Diese nimmt das Jugendbüro Edenkoben sehr ernst: Viele Kinder werden heute mit sensiblen oder verstörenden Inhalten konfrontiert, oft lange bevor sie emotional dazu bereit sind. Hier braucht es vor allem Bezugspersonen, die erreichbar, ansprechbar und informiert sind.
Eltern als wichtigste Schutzfaktoren - einer der wichtigsten Grundgedanken des Abends: Den größten Einfluss auf Kinder werden immer die Eltern haben – auch in der digitalen Welt. Damit dieser Einfluss wirksam bleibt, ist es entscheidend, dass Eltern selbst einen Einblick in die Lebenswelt ihrer Kinder haben. Dazu gehört auch, Apps auszuprobieren, Trends zu kennen und offen ins Gespräch zu gehen. Empfohlene Leitfragen sind zum Beispiel: „Was interessiert dich gerade online?“ „Welche Spiele nutzt du – und warum?“ „Welche Trends beobachtest du in deiner Klasse?“ Denn: Nur wer versteht, was Kinder fasziniert, kann sie sicher begleiten. Ein Smartphone ist für Kinder und Jugendliche von heute so viel mehr als nur ein Statussymbol. Es ist ihr Zugang zu Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Kreativität und Austausch. Digitale Gruppen, Spiele und Social Media sind für viele junge Menschen heute soziale Treffpunkte – genauso bedeutsam wie früher der Bolzplatz oder das Jugendhaus.
Darum ist es umso wichtiger, nicht nur Verbote auszusprechen, sondern gemeinsame Wege und Regeln zu entwickeln. Im Sinne: „Gemeinsam Regeln setzen – gemeinsam Verantwortung tragen“. Im Vortrag wurden konkrete Strategien vorgestellt, wie Eltern digitale Verantwortung erlebbar machen können, zum Beispiel:
- gemeinsame Mediennutzungsverträge
- klare Zeiten ohne Handy: beim Essen, bei Ausflügen, vor dem Schlafengehen
- gemeinsame Offline-Aktivitäten, um Balance zu schaffen
- gemeinsames Spielen eines Online-Spiels (auch als Türöffner für Gespräche)
- Sensibilisierung für Datenschutz, Standortfreigaben und KI-Funktionen
- Bewusstsein dafür, dass alle Bilder auf dem eigenen Handy persönlicher Besitz sind
Eltern können die Konfrontation mit digitalen Inhalten nicht verhindern – Kinder werden ihnen begegnen, auch ohne eigenes Smartphone. Aber sie können ihre Kinder stärken: durch Aufklärung, klare Haltung und einen offenen, wertschätzenden Austausch.“
Das Fazit von Maren Hofmann: „Ein Abend, der Mut macht. Besonders berührend war zu erleben, wie sehr Eltern bereit sind, sich mit der digitalen Lebenswelt ihrer Kinder auseinanderzusetzen. Die zentrale Botschaft des Abends lautet daher: Digitale Sicherheit entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Beziehung. Kinder brauchen zu Hause Menschen, die ihnen zuhören, die neugierig bleiben und die sie begleiten – online wie offline. Wir danken allen Teilnehmenden für Ihr Interesse, Ihre Offenheit und den vertrauensvollen Dialog. Es ist beeindruckend zu sehen, wie wichtig Ihnen die digitale Sicherheit und das Wohl Ihrer Kinder sind. Genau dieses Engagement macht eine starke, unterstützende Gemeinschaft aus.“
Der Informationsabend in Edenkoben wurde veranstaltet von der Jugendpflege des Landkreises Südliche Weinstraße in Zusammenarbeit mit den Verbandsgemeinden Edenkoben und Maikammer.
Text und Bild: Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben