Kommunale Wärmeplanung
Die Verbandsgemeinde Edenkoben und das mit der Durchführung beauftragte Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) haben die Arbeiten an der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung (KWP) abgeschlossen.
Abschlussveranstaltung
Am Montag, 6. Oktober 2025 fand die Abschlussveranstaltung in der Gemeindehalle Edesheim statt. Bürgermeister Daniel Salm freute sich über die nun vorliegenden Ergebnisse des im September im Rat mehrheitlich formal beschlossenen Kommunalen Wärmeplans. Als eine der letzten habe die Verbandsgemeinde die 90-prozentige Bundesförderung erhalten und so neue Impulse für die regionale Wertschöpfung schaffen können – durch die Aktivierung erneuerbarer Energien vor Ort sowie Investitionen in die energetische Infrastruktur. Und als eine der ersten Kommunen verfüge die Verbandsgemeinde nun über eine Kommunale Wärmeplanung mit Analysen, Szenarien und Umsetzungsmaßnahmen – verbunden mit unserem Bestreben für eine nachhaltige Zukunft, betonte Salm.
Emanuel Altmeier vom IfaS präsentierte den rund 60 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung und stand ihnen für Rückfragen zur Verfügung. Er stellte die wesentlichen Arbeitsschritte der Wärmeplanung vor und gab einen Einblick in die umfangreiche Akteursbeteiligung. Basierend auf den in der Bestandsanalyse ermittelten Wärmedichten und den Aussagen beteiligter Akteure erfolgte die Einteilung der Verbandsgemeinde in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete. So ist die Kernstadt Edenkoben Wärmenetzgebiet und die übrigen Ortslagen sind Prüfgebiete. Diese Einteilung hat für die Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde keine unmittelbaren Konsequenzen, da die KWP als informelle, unverbindliche Planung zunächst die strategische Ausrichtung der künftigen Wärmeversorgung abbildet. Der Pfad zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2040 wurde in zwei Szenarien aufgezeigt. Das erste setzt auf eine Versorgung auf Basis regionaler Potenziale und auf die Technik der Wärmepumpe. Das zweite Szenario unterstellt eine Transformation des Gasnetzes auf treibhausgasneutrale Brennstoffe wie Wasserstoff und Biomethan. Für eine tiefer gehende Betrachtung wurden die Stadt Edenkoben sowie die Ortsgemeinde Freimersheim als Fokusgebiete ausgewählt, um eine mögliche Wärmenetzlösung in Edenkoben sowie eine potenzielle Abwärmenutzung aus der Produktion der Firma Cornexo in Freimersheim zu sondieren. Ergänzend wurden fünf konkrete Umsetzungsmaßnahmen erarbeitet, welche sowohl die Wärmenetzversorgung und Abwärmenutzung als auch die dezentrale Versorgung adressieren. Zuletzt wurde noch mal die aktuelle Gesetzeslage sowie Fördermöglichkeiten im Bereich des Heizungstauschs dargestellt.
Nach Abschluss der Wärmeplanung ist das Ziel der Verbandsgemeinde, die identifizierten Projekte in vertiefenden Machbarkeitsstudien zu untersuchen, um eine Umsetzung voranzutreiben. Gemäß Wärmeplanungsgesetz wird die KWP in fünf Jahren fortgeschrieben. Dann wird die Lage neu bewertet, mit dem Ziel, genauere Aussagen zu den aktuellen Prüfgebieten zu treffen.
Eine erste Orientierung, wie die Transformation der Wärmeversorgung durchgeführt werden kann, schloss Bürgermeister Daniel Salm. Die Prüfergebnisse des Wärmeplans stellen eine fundierte Grundlage dar, auf der bei der Fortschreibung mit neuen Erkenntnissen, neuem Wissen und möglicherweise neuen Technologien aufgebaut werden könne.
Salm dankte abschließend allen Beteiligten, allen voran Tobias Gruben, Emanuel Altmeier und Daniel Oßwald vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, den Bürgern wie auch den Unternehmen und den Netzbetreibern für deren Interesse, für die Beteiligung und den gelungenen Austausch.
Der Abschlussbericht zur kommunalen Wärmeplanung und die Präsentation der Abschlussveranstaltung stehen zum download zur Verfügung.
Beschlussfassung im Rat
Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS), welches von der Verbandsgemeinde mit der Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) beauftragt wurde, präsentierte am 28. August 2025 die finalen Ergebnisse vor dem Verbandsgemeinderat. Und die Ratsmitglieder haben dem Plan mit großer Mehrheit bei drei Gegenstimmen zugestimmt. Nun wird der Plan an den Fördergeber ZUG zur abschließenden Stellungnahme weitergeleitet.
Wärmenetzgebiet
Auf Basis der in der Bestandsanalyse ermittelten Wärmedichten und den Aussagen beteiligter Akteure erfolgte die Einteilung der Verbandsgemeinde in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete. Demnach wird die Kernstadt Edenkoben als Wärmenetzgebiet eingeteilt, da dort sehr gute Voraussetzungen für die Wärmenetzversorgung gegeben sind und mit den Pfalzwerken ein potenzieller Investor und Betreiber sein Interesse signalisiert hat. Mit der Einteilung sind jedoch keine verbindlichen Konsequenzen für Gebäudeeigentümer verbunden.
Die übrigen Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Edenkoben sind Prüfgebiete. Wärmenetze sind in diesen Gemeinden nicht ausgeschlossen, aber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen noch nicht darstellbar.
Wasserstoffnetzgebiet
Wesentliche Faktoren einer möglichen Wasserstoffversorgung - etwa Verfügbarkeit, Versorgungssicherheit oder Kosten – sind derzeit nicht bekannt, daher wird kein Gebiet in der Verbandsgemeinde als Wasserstoffnetzgebiet eingeteilt. Aufgrund der unklaren Rahmenbedingungen bleibt zum derzeitigen Zeitpunkt für die übrigen Ortslagen nur die Einteilung als Prüfgebiet. In einer Fortschreibung der KWP in fünf Jahren muss die Lage neu bewertet werden.
Szenarien
Der Pfad zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2040 wurde in zwei Szenarien aufgezeigt. Das erste setzt auf eine Versorgung auf Basis regionaler Potenziale und auf die Technik der Wärmepumpe. Das zweite Szenario unterstellt eine Transformation des Gasnetzes auf treibhausgasneutrale Brennstoffe wie Wasserstoff und Biomethan. In einer tiefergehenden Betrachtung wurden die Stadt Edenkoben sowie die Ortsgemeinde Freimersheim als Fokusgebiete ausgewählt, um eine mögliche Wärmenetzlösung in Edenkoben sowie eine potenzielle Abwärmenutzung aus der Produktion der Cornexo GmbH in Freimersheim zu sondieren. Das Ziel der Verbandsgemeinde ist es schließlich, identifizierte Projekte im Anschluss an die KWP in vertiefenden Machbarkeitsstudien zu untersuchen, um eine Umsetzung voranzutreiben und langfristig zu begleiten.
Weitere Umsetzungsmaßnahmen: Aufbau eines Expertennetzwerks zum Heizungsaustausch und Erarbeitung von Einsparungen in der Energieversorgung für Winzerhöfe – aufbauend auf einem begonnenden Pilotprojekt in einem Weingut in Hainfeld. Allumfassend begleitet werden diese Maßnahmen von dem Projekt Öffentlichkeitsarbeit.
Bürgermeister Daniel Salm: „Wir in der Verbandsgemeinde Edenkoben haben uns frühzeitig – im September 2024, damals noch in der Phase der Freiwilligkeit – auf den Weg gemacht und seither die ersten wichtigen Schritte zurückgelegt, um die Wärmewende vor Ort zu gestalten und die Energieversorgung auf nachhaltige Beine zu stellen. Die proaktive Gestaltung der Wärmewende bietet dank der 90-prozentigen Bundesförderung neue Impulse für die regionale Wertschöpfung - durch Aktivierung erneuerbarer Energien vor Ort sowie Investitionen in die energetische Infrastruktur.“ Und dabei betont Salm: „Wir haben eine gute Basis gelegt, um darauf aufzubauen und um auf eine Fortschreibung in fünf Jahren hinzuarbeiten. Unsere Kommunale Wärmeplanung ist kein starres Konzept. Im Gegenteil, wir werden die Planung regelmässig fortschreiben, um auf die schnelle Entwicklung neuer Technologien, Erkenntnisse und neue Impulse reagieren zu können.“
Akteursgespräche
Die Verbandsgemeinde Edenkoben erstellt mit fachlicher Unterstützung des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) die kommunale Wärmeplanung.
Diese wird einen Entwicklungspfad aufzeigen, wie die Verbandsgemeinde bis 2045 klimaneutral mit Wärmeenergie versorgt werden kann. Teil der Planerstellung ist eine umfassende Akteursbeteiligung. Nachdem zum Auftakt eine erste öffentliche Infoveranstaltung angeboten wurde, fanden am 28. und 29. November 2024 Akteursgespräche zwischen der Verbandsgemeinde Edenkoben, dem IfaS sowie Unternehmen im Einzugsgebiet der Verbandsgemeinde statt.
Begleitet von Bürgermeister Daniel Salm besuchte das Projektteam donnerstags die Privatklinik Bad Gleisweiler, die Span-Service Holzlogistik GmbH sowie die Cornexo GmbH an deren Firmensitzen. Sie hatten vorab an einer online durchgeführten Unternehmensbefragung teilgenommen und dabei Interesse an weiteren Gesprächen signalisiert. „Die Beteiligung unserer lokalen Wirtschaft bei der Wärmeplanung ist für uns ein besonderes Anliegen“, betont Bürgermeister Daniel Salm.
Bei den Besuchen lag ein Fokus auf der Evaluierung von Wärmeverbräuchen und -überschüssen. Zudem konnten die Überlegungen und Planungen der Unternehmen hinsichtlich ihrer künftigen Wärmeversorgung besprochen werden. Ende November 2024 folgte dann ein offener Termin mit weiteren interessierten Unternehmen im Rathaus. Dabei wurde den Vertretern der fünf teilnehmenden Unternehmen sowie der katholischen Kirchengemeinde Edenkoben die Möglichkeit gegeben, ihre Situation rund um das Thema Energieversorgung darzulegen und sich bei der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung einzubringen. Die Erkenntnisse der beiden Termine fließen in die weitere Bearbeitung der kommunalen Wärmeplanung ein.
Im nächsten Schritt werden sogenannte Fokusgebiete für die Umstellung der Wärmeversorgung identifiziert, wofür die Unternehmensgespräche wertvolle Hinweise gaben.
Fachforum
Wie wird unsere Verbandsgemeinde Edenkoben in Zukunft klimafreundlich und effizient mit Wärme versorgt? Erste vorläufige Ergebnisse dazu gab es beim Fachforum am 24. Juni 2025. Auch die bereits im Planungsprozess beteiligten Akteure tauschten ihre Positionen aus und legten diese gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern dar.
Erste Infoveranstaltung

Zu Beginn der Planerstellung durch das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier aus Birkenfeld hatte die Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben am 23. September 2024 zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.
Hintergrund
Bei der Energiewende in Deutschland nimmt die Wärme eine zentrale Rolle ein. Die Wärmewende (Energiewende im Wärmebereich) ist die Voraussetzung dafür, dass die Energiewende als Ganzes gelingt. Etwas mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs wird in Deutschland für die Erzeugung von Wärme und Kälte in Gebäuden sowie die Bereitstellung von Warmwasser in Privathaushalten und Industrieprozessen benötigt. Cirka 80 Prozent der Wärme werden durch fossile Energieträger (Erdgas, Öl, Kohle) bereitgestellt. Die kommunale Wärmeplanung ist ein essenzielles Werkzeug für eine schnelle Umsetzung der Energiewende im Wärmebereich.
Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen.
Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
