Kooperation Grundwasserschutz

Zum Schutz des Grundwassers im Einzugsgebiet der Tiefbrunnen in Venningen und Großfischlingen betreiben die Verbandsgemeindewerke Edenkoben, die Wasserschutzberatung des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) und mittlerweile 22 Landwirte und Winzer seit 2015 ein Kooperationsprojekt.

Ziel dieses Kooperationsprojekts ist es, das Grundwasser vor Einträgen aus der Landwirtschaft zu schützen. In erster Linie wird hier das Nitrat aus der Düngung betrachtet.

Klar ist, dass auch die Landwirte und Winzer nicht möchten, dass Dünger aus der Landwirtschaft im Trinkwasser landet. Originalton eines Landwirts: „Die meisten von uns sind selbst Eltern oder Großeltern und wir möchten unseren Nachkommen sauberes Trinkwasser hinterlassen. Zudem bietet das Kooperationsprojekt die Chance für uns zu zeigen, dass unsere modernen Bewirtschaftungsmethoden das Grundwasser schonen. In den letzten Monaten stehen wir Landwirte in der Öffentlichkeit so da, als ob uns das Trinkwasser egal wäre. Hier, bei diesem Projekt haben wir die Gelegenheit Seite an Seite mit dem Wasserversorger für den Grundwasserschutz einzustehen“. Ein weiterer Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit. Wirtschaftsdünger kostet Geld und sobald er an den Wurzeln der Kulturen vorbeigesickert ist, ist er für die Pflanzen nicht mehr verfügbar und landet im Trinkwasser.

Sinn des Kooperationsprojekts ist es zunächst zu untersuchen, wie sich die Bewirtschaftung und Düngung auf das System Pflanze/Grundwasser auswirken. Hier kommen die Wasserschutzberater des DLR ins Spiel. Die Wasserschutzberater des DLR begleiten und beraten die Landwirte und Winzer kontinuierlich bei der Bearbeitung ihrer Kulturen und erstellen durch Messungen in jeder, vom Betrieb im Projekt bewirtschafteten Grundstücks eine Stickstoffbilanz. Was wird den Flächen an Dünger zugeführt und was kommt in den Pflanzen an. Daraus wird eine Stickstoffbilanz erstellt.

Die Verbandsgemeindewerke betrachten dazu, was unterhalb der Wurzelzone passiert. Also was versickert und potentiell im Grundwasser landet. Hier werden auch die Pflanzenschutzmittel und ihre Zerfallsprodukte untersucht, die sich im Ackerbau und in den Weinbergen bislang als weniger problematisch als zunächst befürchtet herausstellen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in jährlichen Berichten festgehalten, die auf den Internetseiten des DLR und der VG Edenkoben der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Finanziert wird der Großteil der Maßnahmen aus dem sogenannten Wassercent. Der Wassercent ist eine Abgabe von rund sieben Cent/Kubikmeter, den die Wasserversorger für die Entnahme von Grundwasser zahlen müssen. Die Verbandsgemeindewerke Edenkoben zahlen jährlich eine Abgabe an den Wassercent rund 67.000 Euro. Dieses Geld wird mit den Aufwendungen für das Kooperationsprojekt verrechnet.

Für die Landwirte oder Winzer, die bislang noch nicht am Kooperationsprojekt teilnehmen, ist es noch jederzeit möglich mit den Verbandsgemeindewerken einen entsprechenden Vertrag abzuschließen.

Text: Verbandsgemeindewerke Edenkoben, Martin Hanke, Werkleiter


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