Klima-Arboretum - Eingang

Klima-Arboretum in Flemlingen


Der Platz der Begegnung, der Ökologie und der Zukunft ist seit Samstag, 8. Oktober eröffnet. Zum 50-jährigen Jubiläum entstand auf dem ehemaligen Sportplatz in Flemlingen ein Klima-Arboretum. 

Von der Eröffnung

Die Gäste schlenderten über die Wege, die 52 gepflanzten Großbäume wurden genauer unter die Lupe genommen und mittels Flyer auch Fakten gecheckt. Die Hinweistafeln wurden studiert, die Sitzbänke auf der Anhöhe Probe gesessen, am Tisch Platz genommen und die Aussicht an dem schönen Herbsttag genossen. 

Bürgermeister Daniel Salm begrüßte die vielen Gäste. Mit dabei der Schirmherr des Jubiläumsjahres, Landrat Dietmar Seefeldt, der ehemalige Bürgermeister Olaf Gouasé, die Beigeordneten Eberhard Frankmann und Daniel Poth. Stellvertretende für die vielen Vertreter aus der kommunalen Familie hieß Salm den ehemaligen Beigeordneten der Verbandsgemeinde Edenkoben, Gerhard Pulg und den ehemaligen Flemlinger Ortsbürgermeister Franz Weber herzlich willkommen. So auch die Ortsbürgermeister aus Nachbargemeinden, die Förster Jochen Edinger, Thomas Kaber und Jörg Siegmund sowie Achim Seiler, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Südpfalz und Sabine Heil, Regionalmarktdirektorin von der VR Bank Südpfalz. 

Ortsbürgermeister Peter Henrich zeigte sich dankbar für diese gute Idee des ehemaligen Bürgermeisters Olaf Gouasé. Dass aus dem ehemaligen Sportplatz und einer einstigen Ziegenweide ein solcher Platz nun in Flemlingen vorzufinden sei, das gelte es bei der Eröffnung entsprechend zu feiern. 

Von einem besonderen Tag der Begegnung inmitten eines goldenen Oktobers sprach der ehemalige Bürgermeister Olaf Gouasé. Bei den vielen Veranstaltungen rund um das Jubiläum war die Idee, etwas zu „schaffen, das den Tag, das Jahr, die Zeit der aktuellen Verantwortungsträger überdauert“. Es sollte eine Stätte der Begegnung entstehen, „für unsere Bevölkerung wie für unsere Gäste“ und auch den Kindern sollte ein Weg zum ökologischen Bewusstsein gezeigt werden. Nicht zuletzt sei das Klima-Arboretum unterstützend für die Waldeigentümer, „auf deren Weg zum Umbau des Waldes als unabdingbare Reaktion auf die sich ändernde klimatischen Verhältnisse.“ Seit 1995 engagiere sich die Verbandsgemeinde für die Umwelt, mit vielen Projekten: sei es mit der Gewässerrenaturierung, mit einem Freibad das mit einem Umweltsiegel zertifiziert ist oder mit Biodiversität, unterstrich der ehemalige Bürgermeister. Die Lösung dieser Fragestellung sei nicht einfach gewesen, aber „mit dem richtigen Mann, im Team, dem diplomierten Forstingenieur Bernhard Bäcker“ hieß die Lösung „Arboretum“ – die Fortsetzung einer bereits umfangreich durchgeführten Entwicklung von Natur und Landschaft. Gouasé dankte Bäcker für „seine Kompetenz, seine Kreativität und sein Engagement von der Ideenfindung bis zur Fertigstellung“. 

Mit dem Wort Klima-Arboretum könne man durchaus Einstiegsprobleme haben, stimmte Gouasé in seiner Einführungsrede zu, jedoch sei das ganz einfach erklärt, das seien Bäume, „die nah beinanner stehen, awwer genuch ausenanner“. Die Stätte der Begegnung sei nun offiziell eröffnet, der langfristige und nachhaltige Beitrag für die Waldwirtschaft durch die 20 

Bäume, die gemäßigten und überwiegend mediterranen Klimazonen entstammen und resistent gegenüber Trockenheit und Schädlingen und zudem winterhart sind. Gouasé: „Bäume, die in unserem Pfälzer Wald heimisch werden könnten und so ökologisch und ökonomisch einen dauerhaften Beitrag für unser Gemeinwesen leisten.“

Für dieses Projekt konnten viele gewonnen werden, Salm und Gouasé dankten den Unterstützern: der Paul-und-Yvonne-Gillet-Stiftung, der Sparkasse Südpfalz, der VR-Bank Südpfalz sowie privaten Spendern. Den 16 Ortsgemeinden für die Spende von jeweils drei Bäumen. Der Ortsgemeinde Flemlingen für das Gelände zur jährlichen Pacht von einem Euro und für das Gießen der Bäume inmitten des Hochsommers. Der Ortsgemeinde Venningen für die Spende der Sandsteinfindlinge und des Holzes aus dem gemeindeeigenen Vorderwald. Die Kosten in Höhe von 60.000 Euro konnten so refinanziert werden. Dank galt auch dem Projektleiter und Ideengeber Bernhard Bäcker, sowie Manuela Pfeffer aus dem Fachbereich Bauen und Umwelt. Dem Landschaftsarchitekten Kurt Garrecht und den bauausführenden Firmen Clade, K und S Bau Grün sowie der Grafikdesignerin Michaela Wappler-Dorst für das passende Logo rief Salm ebenso ein herzliches Dankeschön zu. 

Landrat Dietmar Seefeldt lobte die „wunderbar tolle Idee“ ein Klima-Arboretum auf diesem schönen Fleck entstehen zu lassen. Eine Lehr- und Begegnungsstätte zugleich: ein Treffpunkt für junge und ältere Einheimische, Gäste wie Urlauber. Ein Platz, um den Kindern und den Erwachsenen die Natur näher zu bringen. Auch touristisch könne die Baumsammlung durchaus beworben werden. Zudem zeigen die Baumspenden der Ortsgemeinden den Zusammenhalt der Gemeinden und der Verbandsgemeinde. 

Musikalisch eröffnete die Kindertagesstätte „St. Sebastian“ unter der Leitung von Anja Besenbeck die Feier. Die 30 Mädchen und Jungen aus Flemlingen und Roschbach sangen über die Bäume und erhielten kräftig Applaus. Die Musikgruppe „Jazz Mellange“ des Kleinkunstvereins Flemlingen unter der Leitung von Peter Kühn sorgten mit passenden Liedern für eine schöne festliche und gemütliche Stimmung. Für Essen und Trinken sorgte die Feuerwehr Flemlingen. 

Hintergrund

Es wurden 52 Großbäume gepflanzt - von den 16 Gemeinden der Verbandsgemeinde Edenkoben und von der Verbandsgemeinde selbst. Zumeist wurden mehrere Bäume einer Art gepflanzt, um auch das Wuchsverhalten untereinander darzustellen. 

Vor Ort können sich alle Generationen über das Wuchsverhalten der Klimabäume informieren. An den Bäumen sind zunächst Nummern angebracht, in einem eigens auferlegten Flyer finden sich Hinweise zu den jeweiligen Bäumen. Schon bald sollen Hinweisschilder mit QR Codes angebracht werden, die vielfältige Informationen über die Herkunft, das Wuchsverhalten, die Besonderheiten und die Verwendung des Holzes bereithalten. Für die Zukunft ist die Erweiterung des Arboretums geplant, mit weiteren Baumpflanzungen. Diese soll sich dann mit der noch folgenden Renaturierung des benachbarten Kaltenbachs harmonisch in die Landschaft einschmieren. Der Kaltenbach wird in seinem Verlauf zwischen Flemlingen und Roschbach in einem natürlichen Bachbett fließen.

Text: Ivonne Trauth, Bilder: Jürgen Heise