Informationen nach der Winterpause
Mit steigenden Temperaturen und zunehmender Sonneneinstrahlung wird die invasive Ameisenart Tapinoma magnum wieder aktiver. Der nahende Frühlingsanfang und die von uns in den vergangenen Wochen vermisste Sonne, kann zu einem deutlichen Anstieg der Population führen.
Um frühzeitig reagieren zu können und Schäden zu vermeiden, möchten wir Sie darüber informieren, worauf Sie bei Ameisenbefall achten können und was Sie unternehmen können.
Wie erkenne ich die invasive Ameisenart Tapinoma magnum?
Bevorzugter Lebensraum: Die Tapinoma magnum bevorzugen warme, sonnige und trockene Bereiche sowie sandige Böden unter Pflastersteinen. Hingegen im Grünen und im Rasen fühlt sich die Ameisenart nicht wohl.
Geruch: Zerdrückte Tapinoma-Ameisen verströmen einen ranzig buttrigen, auch acetonischen Geruch. Einheimische Ameisen riechen eher nicht, wenn man sie zerdrückt.
Aussehen: Die große Drüsenameise ist schwarz und zwei bis vier Millimeter groß. Bei den Tapinoma magnum Arten unterscheiden sich die Größen der Arbeiterinnen häufig, die Länge variiert zwischen 2,5 und 3,5 Millimeter. Sind die Ameisen gleich groß, ist es wahrscheinlich eine heimische Art.
Breite der Ameisenstraße: Die einheimische Wegameise bildet meist einspurige Ameisenstraßen. Tapinoma magnum hingegen bewegen sich regelrecht auf mehrspurigen Ameisen-Autobahnen.
Aussehen der Ameisenpuppen: Die Tapinoma magnum entwickelt sich aus Nacktpuppen ohne Kokon. So lassen sich bereits im Puppenstadium etwa Beine der Tiere erkennen. Die Farbe der Eier und Puppen ist weiß-transparent.
Was tun bei einem Verdachtsfall?
- Melden Sie Ihren Verdacht bitte bei Monika Damian, Fachbereich Bürgerdienste, montags, dienstags, donnerstags und freitags, von 9 bis 11 Uhr, unter schaedlingsbekaempfung@vg-edenkoben.de oder 06323 959-226.
- Kommen Sie vorbei in der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben oder im Rathaus Ihrer jeweiligen Ortsgemeinde und nehmen Sie sich ein verschließbares Reagenzglas mit nach Hause.
- Sammeln Sie bitte eine oder mehrere Ameisen – tot oder lebendig – ein, versehen das Reagenzgläschen mit Name, Datum und Ort des Fundes sowie ihrer E-Mail-Adresse und geben Sie das Behältnis in der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben oder im Rathaus Ihrer Ortsgemeinde ab. Wir in der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben werden dann bestimmen können, ob es sich bei den Ameisen auf ihrem Grundstück um eine heimische oder um die invasive Art handelt und informieren Sie weiter.
- Bitte sehen Sie davon ab, eigene Behältnisse zu verwenden. Die Bestimmung, ob es sich bei den Ameisen um eine heimische oder die invasive Art handelt, kann nur in den ausgegebenen Behältern erfolgen.
Wie funktioniert die Bekämpfung?
Im öffentlichen Raum
Wir haben in der Verbandsgemeinde Edenkoben im vergangenen Jahr den Weg der biologischen Bekämpfung eingeschlagen und führen diesen auch fort – auch um die heimische Tierwelt zu schützen. Wir sehen darin nach wie vor gute Chancen, die Population der invasiven Ameisen einzudämmen und zurückzudrängen. Das zweigleisige biologische Bekämpfungsverfahren erfolgt mit Kieselgur und Nematoden.
Kieselgur ist ein fein gemahlenes fossiles Pulver aus Kieselalgen. Die Diatomeenerde wirkt bei den großen Drüsenameisen (Tapinoma magnum) tödlich, da es den Chitinpanzer der Insekten verletzt und die Tiere in kurzer Zeit austrocknen. Nur ein gezielter Einsatz in die Schlupfwinkel und an den Wanderwegen ist sinnvoll und erfolgversprechend. Kieselgur ist für Menschen und Haustiere nicht gefährlich. Es sollte jedoch nicht eingeatmet werden, aus diesem Grund werden in Bereichen, in denen Kieselgur ausgebracht wurde, Schilder aufgestellt.
Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer. Als Nützlinge eingesetzt, bekämpfen sie bestimmte Schädlinge. Die Nematoden dringen in die Larven der Tapinoma magnum ein und töten sie ab. Diese Schädlinge sind für Menschen und Haustiere nicht gefährlich.
Ab diesem Jahr unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der örtlichen Bauhöfe bei der Bekämpfung der Ameisen im öffentlichen Raum. Schulungen und Einweisungen der Kolleginnen und Kollegen werden folgen.
Im privaten Raum
Alle betroffenen Grundstückseigentümer werden gebeten, bei der Bekämpfung mitzumachen. Eine Bekämpfung der Tapinoma magnum ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Kommunen und der privaten Grundstückseigentümer. „Wir helfen aber mit“, betont Eberhard Frankmann, Erster Beigeordneter, „und empfehlen den Bürgerinnen und Bürgern, auf dem eigenen Grundstück aufgrund der einfachen Anwendung die invasiven Ameisen mit Kieselgur zu bekämpfen. Eine Bekämpfung ist allerdings nur in bestätigtem Befall von Tapinoma magnum angezeigt. Unsere „Pfälzer“ oder heimischen Ameisen sind wichtige Teile unseres Ökosystems und Gegenspieler der Tapinoma magnum.“
In den Gemeindeverwaltungen oder in den Bauhöfen der Gemeinden und der Stadt wird Kieselgur kostenfrei an betroffene Bürgerinnen und Bürger abgegeben. Informationen über die richtige Anwendung, über Ort und Zeit der Ausgabe erfahren Bürgerinnen und Bürger bei einem bestätigten Befall von Monika Damian.
Ein wichtiger Hinweis: Eine Bekämpfung ist nur in bestätigtem Befall von Tapinoma magnum angezeigt. Unsere „Pfälzer“ oder heimischen Ameisen sind wichtige Teile unseres Ökosystems und Gegenspieler der Tapinoma magnum.
Aktuelle Informationen
Aktuelle Informationen halten wir für Sie hier an dieser Stelle bereit.
Text: Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben