Gemeinsam gegen die Rattenplage - Abfallvermeidung als Schlüssel zum Erfolg


Die zunehmende Ausbreitung von Ratten in urbanen Gebieten stellt viele Städte vor wachsende Herausforderungen.
Ratten gehören zu den anpassungsfähigsten Tieren der Welt und sie fühlen sich dort besonders wohl, wo der Mensch ihnen unbewusst Nahrung zur Verfügung stellt. Sie finden in menschlichen Siedlungen ideale Lebensbedingungen – insbesondere dort, wo Nahrungsquellen leicht zugänglich sind
Offene Müllsäcke, überquellende Abfalleimer oder achtlos weggeworfene Essensreste bieten den Tieren optimale Voraussetzungen zur Vermehrung. Wer Ratten wirksam bekämpfen will, muss daher vor allem an einer Stelle ansetzen: beim Abfall. „Wer Abfall vermeidet und korrekt entsorgt, entzieht den Ratten ihre Lebensgrundlage“, betonen Fachleute aus dem Bereich der Schädlingsbekämpfung.
Warum Abfall Ratten anzieht
Für Ratten ist Abfall eine reichhaltige Nahrungsquelle. Schon kleine Mengen ein weggeworfenes Brötchen, Speisereste in der Biotonne oder Tierfutter im Garten reichen aus, um ganze Kolonien zu ernähren. Da Ratten sich extrem schnell fortpflanzen, können aus wenigen Tieren in kurzer Zeit eine ganze Kolonie werden. Müllvermeidung und richtige Abfallentsorgung sind deshalb die wirksamsten Mittel gegen eine unkontrollierte Vermehrung.
Was Bürger konkret tun können
Jeder Einzelne kann dazu beitragen, den Lebensraum für Ratten unattraktiv zu machen. Wichtig ist dabei ein konsequenter Umgang mit Abfällen.
Ein wirksamer Schutz vor Ratten beginnt bereits im Alltag. Wer Müll vermeidet, reduziert gleichzeitig die Lebensgrundlage der Tiere. Dazu gehört ein bewusster Einkauf ebenso wie der sparsame Umgang mit Lebensmitteln und Verpackungen. Weniger Abfall bedeutet auch weniger Anreiz für Ratten.
Ebenso wichtig ist der richtige Umgang mit Abfallbehältern. Abfalltonnen sollten stets geschlossen gehalten und keinesfalls überfüllt werden. Abfall gehört ausschließlich in die vorgesehenen Behälter – nicht daneben. Auch die Bereiche rund um die Tonnen sollten sauber gehalten werden, denn offen zugängliche Abfälle wirken wie eine Einladung zum Buffet für Ratten.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Wertstoffsäcken. Diese sollten nicht dauerhaft im Außenbereich gelagert werden, da sie leicht zugänglich sind. Stattdessen empfiehlt sich die Aufbewahrung an möglichst geschützten Orten, etwa in verschlossenen Räumen. Die Bereitstellung zur Abholung sollte auch hier im Idealfall erst am Tag der Leerung, frühestens am Abend davor, erfolgen.
Auch Biotonnen spielen eine zentrale Rolle. Eine regelmäßige Reinigung hilft, Gerüche zu reduzieren und damit ihre Anziehungskraft auf Ratten deutlich zur verringern. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, Biomüll in Papiertüten zu sammeln oder in Zeitungspapier einzuwickeln, um Geruchbildung weiter einzudämmen.
Ratten im Komposter werden meist durch Essensreste oder Fäulnisgeruch angelockt. Daher entsorgt man Speisereste, Fleisch und Milchprodukte besser in der Bioabfalltonne. Ist keine Biotonne vorhanden, werden diese Produkte im Komposter entsorgt, Zur Vorbeugung helfen geschlossene Komposter mit engmaschigem Bodengitter, um den Zugang zu erschweren. Ein regelmäßiges Umsetzen des Komposts wird empfohlen.
Bitte prüfen Sie regelmäßig Ihren Komposter auf Anzeichen für Rattenbefall, Speisereste, Speiseöle und Fette dürfen nicht über die Toilette entsorgt werden, denn das lockt Ratten aus großer Entfernung an.
Auch mögliche Verstecke für Ratten sollten nicht außer Acht gelassen werden: Dichtes Unkraut, Gestrüpp oder gelagerte Materialeien in der Nähe von Müllbehältern bieten Ratten ideale Rückzugsorte und sollten daher konsequent entfernt werden.
Gemeinsam für eine saubere Stadt/Gemeinde
Experten sind sich einig: Eine nachhaltige und wirksame Rattenbekämpfung beginnt nicht allein bei professionellen Maßnahmen, sondern vor allem im Alltag der Bürgerinnen und Bürger und im konsequenten Umgang mit Abfällen.
Städte und Gemeinden kämpfen seit Jahrhunderten mit einem ungeliebten Mitbewohner: der Ratte.
Als Kulturfolger des Menschen haben sich Hausratten (Rattus rattus) und Wanderratten (Rattus norvegicus) an die Lebensbedingungen in Städten und Dörfern angepasst.
Aufgrund ihrer Lebensweise ist bei dem Vorkommen von Ratten im Lebensraum von Menschen immer die Gefahr begründet, dass die Ratten Krankheitserreger auf Menschen und Nutztiere übertragen, wie z. B. Trichinose durch Trichinen, Salmonellen, Weilsche Krankheit, Hantavieren, Fleckfieber und Partatyphus, Bandwurm, Tollwut, Tuberkulose, Würmer und viele mehr.
Für die meisten Menschen ist das Risiko zu erkranken gering. Beachten Sie bitte trotzdem folgende Vorsichtsmaßnahmen: - Nach Kontakt mit Erregern gründlich waschen, - Kinder, ältere und kranke Menschen sind stärker gefährdet.
Die Nager sind anpassungsfähig, vermehren sich rasant und können durch ihr Verhalten erhebliche Schäden anrichten – sowohl an Gebäuden als auch an der Gesundheit des Menschen. Umso wichtiger ist es, dass nicht nur die Behörden, sondern auch die Bürger aktiv dazu beitragen, die Rattenpopulation einzudämmen.
Ratten, die im Siedlungsgebiet vorkommen, gehören zu der Tierart Hausratten und der Wanderratten. Sie fressen z. T. mehr als 10 % ihres Körpergewichtes pro Tag. Sie pflanzen sich ganzjährig fort und werden nach 2 Monaten bereits geschlechtsreif.
Die meisten Wanderrattenrudel im Siedlungsgebiet von Menschen bestehen aus weniger als 50 Tieren. Wanderratten legen ihre Nester i. d. R. als Erdbauten an, oder nutzen vorhandene Hohlräume in Gebäuden, wie z. B. unter der Badewanne oder in Hohlräumen einer Holzbalkendecke. Selten kommt es vor, dass ein Rattennest mit Jungtieren direkt in der Kanalisation gefunden wird, z. B. auf dem Bankett eines Einstiegschachtes oder in den Überlaufkanälen. I.d.R. werden Erdnester gefunden, welche durch Schäden an den Rohren mit der Kanalisation verbunden sind.
Ratten sind Allesfresser (Omnivore); ihre Nahrung besteht im Freiland jedoch hauptsächlich aus Getreide oder Produkten aus Getreide, sowie Obst und Gemüse. Zu einem geringen Anteil (10 %) nutzen Ratten auch Nahrungsgründe tierscher Herkunft, wie Aas und Abfälle tierischen Ursprungs. Wanderratten sind i. d. R. stark geprägt auf eine Nahrungsquelle (Nahrungsart und Ort), die regelmäßig auf immer den gleichen Wegen aufgesucht wird. Wenn die Ressourcen eines bestehenden Reviers von Wandratten aufgrund der hohen Reproduktionsrate an ihre Grenzen geraten, wandern einzelne Tier oder ganze Familien von Wanderratten ab und besetzen neue Reviere. Damit können sich Haus- und Wanderratten, auch in größeren Städten, auf das gesamte Kanalsystem ausbreiten.
Ratten nutzen das Kanalsystem vorwiegend als Laufwege. In einigen Bereichen, mit regelmäßigem Vorkommen von Nahrungsmittelresten in der Kanalisation, können Wanderratten auch auf die Nahrungsaufnahme in der Kanalisation geprägt sein, was häufig in der räumlichen Nähe von Lebensmittelbetrieben der Fall ist. Dort finden sich Fettrückstände und andere dauerhafte Nahrungsquellen, die von Ratten erschlossen werden können. Hier wird das Kanalsystem als Nahrungsquelle genutzt.
Wie entsteht eine Rattenpopulation?
Die wichtigste Ursache für eine wachsende Rattenpopulation ist leicht zugängliche Nahrung. Offene Mülltonnen, Essensreste auf der Straße oder falsch entsorgte Lebensmittelabfälle bieten den Nagern ideale Bedingungen. Hinzu kommen Unterschlupfmöglichkeiten in Kanälen, Kellern oder Komposthaufen. Dort können sich Ratten ungestört vermehren.
Vorbeugen ist der beste Schutz
Die wirksamste Maßnahme gegen Ratten ist Prävention. Wer Lebensmittelreste vermeidet, Abfälle sicher lagert und seinen Keller oder Garten regelmäßig kontrolliert, entzieht den Tieren ihre Lebensgrundlage. So kann jeder Einzelne aktiv dazu beitragen, die Ausbreitung der Nager zu verhindern – zum Wohle der Gesundheit, der Sicherheit und der Lebensqualität in unseren Städten.
